Der Mythos
Staub macht den Rechner langsamer. Der Satz fällt in jedem Gespräch über alte Rechner, und das Ergebnis stimmt sogar oft. Nur die Erklärung dahinter ist falsch, und die Erklärung entscheidet darüber, wo du putzen musst.
Was wirklich passiert
Staub bremst keine einzige Rechenoperation. Was er tut, ist die Luft aufhalten: er setzt Kühlkörper, Lüfter und Staubfilter zu und blockiert damit genau die Teile, die die Wärme abführen sollen. NVIDIA dokumentiert für die meisten Grafikkarten eine Schwelle um 85 Grad: erreicht der Grafikchip sie, senkt der Treiber den Takt, damit die Karte nicht überhitzt, und erst diese Drosselung kostet dich Bilder.
Der Umweg geht also über die Temperatur, nicht über den Staub selbst. Das Drosseln ist dabei kein Defekt, sondern eine Schutzfunktion: die Karte nimmt Takt heraus, bevor sie Schaden nimmt.
Das Körnchen Wahrheit
Es ist ziemlich groß: das Ergebnis stimmt, ein eingestaubter Rechner wird in der Praxis oft langsamer. Nur wer die Ursachenkette kennt, putzt an der richtigen Stelle und erkennt auch den Fall, in dem Putzen gar nichts bringt, weil die Temperaturen längst in Ordnung sind.
Was du stattdessen tust
Sieh dir zuerst die Staubfilter an, vorne, unten und oben. Richtig platzierte Filter fangen den Staub ab, bevor er in den Rechner gelangt, und lassen sich reinigen. Intel empfiehlt, das Gehäuse alle paar Monate vorsichtig mit Druckluft zu reinigen, und dabei die Lüfterblätter festzuhalten, damit sie sich nicht mitdrehen und der Motor keinen Schaden nimmt.
Ob deine Karte überhaupt drosselt, siehst du an ihrer Temperatur unter Last. Die Anleitung zum Entstauben und die Einordnung der Temperaturen stehen auf der Optimierungs-Seite.