Der Mythos
Schau doch einfach im Task-Manager nach der Prozessortemperatur. Diesen Tipp liest du regelmäßig, und er führt ins Leere: der Task-Manager zeigt dir Auslastung, Takt und Speicher, aber für den Prozessor keine Temperatur.
Warum das so ist
Das ist keine Faulheit von Microsoft. Microsofts eigene Dokumentation zählt auf, was der Task-Manager anzeigt: Prozesse, Auslastung, Takt, Speicher und weitere Leistungsdaten. Eine Prozessortemperatur ist nicht darunter. Die Werte stecken in Sensoren, an die ein normales Programm nicht ohne Weiteres herankommt.
Das Körnchen Wahrheit
Es gibt ja Programme, die eine Prozessortemperatur anzeigen. Das Open-Source-Werkzeug LibreHardwareMonitor schreibt selbst, dass manche Sensoren Administratorrechte brauchen, und genau deshalb fragen solche Programme beim Start danach. Ein Zugriff in dieser Tiefe ist eine Verantwortung, die man nicht nebenbei eingeht, und deshalb verzichtet die Rigmint-Anwendung bewusst darauf: sie meldet die Prozessortemperatur als nicht ermittelbar, statt eine Zahl zu erfinden.
Was du stattdessen tust
Nimm die Temperatur aus dem BIOS oder aus dem Werkzeug deines Mainboard-Herstellers. Und wenn dir ein Programm eine Prozessortemperatur zeigt, ohne nach solchen Rechten zu fragen, sei skeptisch. Eine falsche Temperatur ist schlimmer als keine.