Der Mythos
SSDs haben nur begrenzt viele Schreibvorgänge, nach ein paar Jahren sind sie hin. Der Satz klingt nach Technikwissen, und vor fünfzehn Jahren war er auch nicht ganz falsch. Heute führt er in die Irre.
Was wirklich stimmt
Eine gängige Ein-Terabyte-SSD wie die Samsung 990 PRO ist laut Datenblatt für 600 Terabyte geschriebene Daten freigegeben, das Zwei-Terabyte-Modell für 1.200. Wenn du jeden Tag 50 Gigabyte schreibst, und das ist für einen Privatrechner sehr viel, reichen 600 Terabyte für knapp 33 Jahre. Die meisten Menschen schreiben einen Bruchteil davon.
Die Garantie endet trotzdem früher: bei diesem Modell nach fünf Jahren oder 600 geschriebenen Terabyte, je nachdem, was zuerst eintritt. Das ist aber eine Garantiegrenze und keine Lebensdauer, so wie ein Auto nicht am Tag nach der Garantie stehen bleibt.
Das Körnchen Wahrheit
Eine Speicherzelle hält wirklich nur eine begrenzte Zahl Schreibvorgänge aus, das ist Physik und kein Gerücht. Der Mythos stammt aus der Zeit der ersten SSDs, als diese Zahl deutlich niedriger lag und die Laufwerke viel kleiner waren: dieselbe tägliche Datenmenge verteilte sich damals auf weit weniger Zellen.
Was du stattdessen tust
Sieh im Datenblatt deiner SSD nach der Angabe in geschriebenen Terabyte, meist als TBW abgekürzt, und rechne sie gegen deine tatsächliche Nutzung. Samsung weist im Datenblatt aus, dass die Haltbarkeitsprüfung dahinter der JEDEC-Norm JESD218 folgt; die Zahl entsteht also in einem festgelegten Prüfverfahren und ist kein Werbeversprechen.
Und mach trotzdem Sicherungen. Der Zellverschleiß ist nicht der einzige Weg, auf dem Daten verloren gehen, und gegen Diebstahl, Defekt oder ein versehentliches Löschen hilft keine noch so große TBW-Zahl.