Am Desktop: Bildpunkte und eingerechnete Beschleunigung
Der Desktopzeiger bewegt sich in Bildschirmpunkten. Microsoft schreibt es ausdrücklich: bewegst du die Maus ein kleines Stück, aber nicht weit genug für den nächsten Bildpunkt, entsteht gar keine Nachricht an das Programm. Feiner als dein Bildschirm kann der Zeigerweg also nie sein.
Dazu rechnet Windows auf den Zeiger eine Beschleunigung, Microsoft nennt das Ballistik: dieselbe Handbewegung trägt unterschiedlich weit, je nachdem wie schnell du sie machst. Für den Schreibtisch ist das gewollt, du triffst damit kleine Knöpfe leichter.
Im Spiel: roh vom Gerät, ohne Beschleunigung
Spiele gehen einen anderen Weg. Sie lesen die Maus roh, direkt aus der Gerätekette und laut Microsoft auf der tiefsten möglichen Ebene, und auf diese Rohdaten wird keine Beschleunigung angewendet. Ein Zentimeter Maus ist dann immer gleich viel Drehung, egal wie schnell du ziehst.
Das ist keine Marotte der Spielehersteller, sondern die dokumentierte Empfehlung: Microsoft schreibt selbst, dass der Desktopweg für eine Ego-Kamera schlecht geeignet ist, weil dabei die feine Präzision verloren geht, und empfiehlt im Fazit ausdrücklich den Rohdatenweg.
Deine Maus meldet öfter, als dein Monitor zeigt
Moderne Mäuse melden bis zu tausendmal pro Sekunde. Das sind so viele Ereignisse, dass Microsoft dafür einen eigenen Sammelweg beschreibt, der zwischen zwei Bilddurchläufen gleich mehrere aufgelaufene Meldungen auf einmal abholt. Zum Vergleich: übliche Monitore zeigen 60 bis 240 Bilder pro Sekunde, deine Maus liefert also ein Vielfaches dessen, was du je zu sehen bekommst.
Was du davon hast
Wenn sich deine Maus im Spiel anders anfühlt als auf dem Desktop, ist nichts kaputt und nichts falsch eingestellt: es sind zwei verschiedene, jeweils absichtlich gewählte Lesewege. Wichtig wird das nur, wenn ein Spiel die Windows-Beschleunigung versehentlich mitnimmt; die meisten nennen die rohe Lesart in den Optionen Raw Input, und eingeschaltet ist sie die konsistenteste Wahl.